Mgr. Martin Vavroušek

Mgr. Martin Vavroušek
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Zusammenfassung des Dissertationsexposés

Die deutschböhmische Literatur am Ende des 18. und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts im Kontext der deutschen Literatur mit besonderer Hinsicht auf die Wirkung und die Vermittlerrolle des Dichters und Journalisten Wolfgang Adolf Gerle im kulturell-gesellschaftlichen Betrieb der Zeit.

In meiner Dissertation wird der literarische Betrieb in Böhmen zwischen dem letzten Drittel des 18. Jh. und der ersten Mitte des 19. Jh. grundsätzlich aus der Perspektive der Feldtheorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieus dargestellt. Es werden die Eigenschaften und Funktionsweise(n) des literarischen Betriebes im Kontext der allgemeinen gesellschaftlichen Lage in Böhmen untersucht, insbesondere die Rolle der tschechischen und der deutschen Sprache. Dabei gilt ein besonderes Interesse der sozialen Struktur der Autoren, ihren Durchsetzungsstrategien, ihrer Position innerhalb des literarischen Betriebes und ihren Kontakte mit dem deutschsprachigen Raum, wie auch der Rolle der ersten gedruckten Medien und der neu entstehenden Institutionen. Den Ausgangspunkt für die Darstellung des literarischen Betriebes in Böhmen bildet der deutschböhmische Dichter und Journalist Wolfgang Adolf Gerle (1773-1846) und seine Familie (Andreas Gerle, Wolfgang Christian Gerle), die ein anschauliches Beispiel für die Komplexität des böhmischen Kulturraumes vorstellen.